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7 Irrtümer bei der Geldanlage mit ETF

By Dezember 3, 2025Juni 8th, 2026One Comment

Exchange-Traded Funds (ETF) sind für Privatanleger eine attraktive Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen – kostengünstig, transparent und breit diversifiziert. Doch rund um ETF kursieren hartnäckige Mythen, die zu kostspieligen Fehlentscheidungen führen können. Philipp Ochsner, Gründer von Index-Investor, hat gemeinsam mit weiteren Experten die sieben häufigsten Irrtümer zusammengestellt.

1. «Mit allen ETF streut man die Risiken automatisch.»

Nicht jeder ETF ist automatisch gut diversifiziert. Die Qualität der Risikostreuung hängt vom gewählten Index ab. Im SMI etwa haben die drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé zusammen ein Gewicht von rund 46 Prozent. Auch globale Indizes wie der MSCI World sind stärker auf einzelne Länder und Sektoren konzentriert als oft angenommen – US-Aktien machen rund 71 Prozent aus, Technologiewerte rund 24 Prozent.

Für eine solide Basis eignen sich breit diversifizierte, global investierende ETF. Themen-ETF, gehebelte ETF oder inverse ETF sind für langfristige Anleger weniger geeignet.

2. «ETF sind immer günstig.»

Klassische ETF auf grosse Indizes sind tatsächlich sehr kostengünstig – ETF auf den FTSE All-World sind bereits ab 0,15 Prozent laufenden Kosten erhältlich. Themen-ETF und aktiv verwaltete ETF können jedoch deutlich teurer sein.

Anleger sollten stets auf die Gesamtkosten achten: Handelsgebühren, Währungskosten, Spreads und steuerliche Aspekte können die Nettorendite erheblich beeinflussen.

3. «ETF sind börsenkotiert – also sollte man sie regelmässig handeln.»

Häufiges Kaufen und Verkaufen schadet der Rendite. Eine Studie von Dalbar zeigt: Durchschnittliche US-Fondsanleger erzielten von 1991 bis 2020 eine jährliche Rendite von 6,24 Prozent – der S&P 500 erreichte im gleichen Zeitraum 10,7 Prozent. Diese Lücke entsteht durch Panikverkäufe, unnötige Umschichtungen und Gebühren.

4. «Auf das Steuerdomizil muss man nicht achten.»

Das Steuerdomizil eines ETF hat direkte Auswirkungen auf die Nettorendite. Für Schweizer Aktien empfiehlt Ochsner ETF mit Fondsdomizil Schweiz. Für globale und US-Aktien bieten sich ETF mit Domizil Irland an – dank Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA fällt dort nur 15 Prozent Quellensteuer auf US-Dividenden an.

Wichtig: ETF mit Steuerdomizil USA können für Schweizer Anleger bereits ab einem Vermögen von 60’000 Dollar mit amerikanischer Erbschaftssteuer von bis zu 40 Prozent belastet werden.

5. «ETF auf denselben Index sind gleichwertig.»

Auch ETF auf denselben Index unterscheiden sich: in der Abbildungsmethode (physisch vs. synthetisch), den Kosten und im sogenannten Tracking Error – also wie stark die Wertentwicklung vom Index abweicht. Zudem sollte das Fondsvolumen mindestens 100 Millionen Franken betragen, um das Risiko einer Schliessung zu minimieren.

6. «ETF in Franken sind sicherer als ETF in anderen Währungen.»

Die Handelswährung eines ETF ist nicht dasselbe wie eine Währungsabsicherung. Ein in Franken notierter ETF auf internationale Aktien trägt weiterhin das Währungsrisiko der enthaltenen Titel. Wer dieses vermeiden möchte, sollte gezielt auf währungsgesicherte ETF (oft mit dem Zusatz «hedged») setzen – mit dem Wissen, dass diese Absicherung zusätzliche Kosten verursacht.

7. «Hohe Renditen der Vergangenheit wiederholen sich.»

Einer der häufigsten und teuersten Fehler: Anleger orientieren sich an vergangenen Top-Performern. Diese ETF weisen oft hohe Bewertungen (KGV) auf und bergen entsprechend mehr Rückschlagspotenzial. ETF mit Value-Ausrichtung bieten häufig günstigere Bewertungen und können langfristig attraktiver sein.

Fazit

ETF sind ein leistungsstarkes Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau – aber nicht alle ETF sind gleich. Wer die häufigsten Irrtümer kennt und vermeidet, legt eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Anlagestrategie.

Kontakt

IndexInvestor AG
Buckhauserstr. 36
8048 Zürich
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